Termin

Axel Springer Verlag in Essen

|   Senioren

Besuch der Druckerei des Axel Springer Verlages in Essen-Kettwig

Bereits im Jahr 2006 hatten die Senioren der MTG das Druckhaus in Essen-Kettwig besichtigt. Das war nur wenige Jahre nach einem verheerenden Großbrand im Papierlager der Druckerei. Aber auch ein solcher Betrieb ist in einem ständigen Umbruch der Erneuerung und Modernisierung. So war es an der Zeit, einmal wieder das Druckhaus zu besichtigen, in welchem immerhin pro Tag ca. 750.000 Exemplare von Zeitungen gedruckt werden. Dabei sind BILD, BILD am Sonntag, Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt, Welt und Welt am Sonntag. Waren anfänglich dazu noch ca. 630 Mitarbeiter notwendig, so sind durch die Automatisierung beim heutigen Stand nur noch ca. 160 Personen beschäftigt.

Wir wurden freundlich durch die Herren Rolf Klusmann und Carsten Böing begrüßt und ins Besucherforum geleitet. Hier steht immer noch eine »LINOTYPE«, eine Bleisetzmaschine mit offenem Bleibehälter zum Ausgießen der gesetzten Druckzeile – aber spiegelverkehrt. Diese Maschine war aber  schon mit einer Steuerung durch einen fünfkanaligen Lochstreifen ausgestattet. Anschließend wurden wir in die ersten Geheimnisses des Zeitungsdruck eingeweiht. Nach einem Imagefilm über das Druckhaus in Essen-Kettwig kamen schon die ersten Fragen aus dem Kreis der Senioren. So mussten die verschiedenen angewandten Formate der Zeitungen (rheinisches oder nordisches Format) erklärt werden und auch die Tatsache, dass die heutigen Druckvorlagen als dünne Aluminiumplatten im Positiven zu lesen sind.

Bei dem im Zeitungsdruck sowie auch für Bücher und Zeitschriften eingesetzten Offsetdruck handelt es sich um ein indirektes Druckverfahren. Das bedeutet, dass die Druckplatte und das z.B. zu bedruckende Papier nicht direkt miteinander in Berührung kommen. Bei diesem Verfahren wird die Farbe zunächst auf ein Gummituch übertragen und dann erst von dort auf das Papier gedruckt. Somit wird die Druckplatte geschont. Alle zu druckenden Teile auf dieser eloxierten Aluminiumplatte sind so vorbereitet, dass auf ihnen bei der Berührung mit der Feuchtwalze das Wasser abperlt. Alle mit Wasser befeuchteten Stellen bleiben farblos. Beim Durchlauf in den Farbwalzen nehmen nun die nicht befeuchteten Stellen die Farbe an. Da in den gedruckten Zeitungen auch farbige Stellen und Bilder abgedruckt sind, wird im Offsetdruck mit den drei Grundfarben Cyan, Magenta und Yellow gearbeitet (wie im Farbdrucker zuhause). Hinzu kommt ein Druck mit schwarzer Farbe für einen zusätzlichen Kontrast. Das bedeutet aber, dass eine Maschine für den Druck aller Farben aus vier Druckwerken besteht. Eine zu druckende Zeitung läuft also immer nacheinander durch vier Druckwerke. Es werden daher auch jeweils vier Druckplatten für eine Seite benötigt. Im Druckhaus in Essen-Kettwig hat der Axel Springer Verlag in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen im Bereich der Feuchtmittelaufbereitung getätigt. Die durchzuführenden Arbeiten liefen immerhin während des laufenden Betriebes außerhalb der Druckzeit.

Dann wurde es Zeit, denn der Druckbeginn verschiedener Zeitungen sollte in Kürze beginnen. Dazu ging es zunächst ab in den Keller. Hier stehen in Reih und Glied die Rollenwechsler und die schon vorbereiteten Papierrollen zum fliegenden Wechseln während des laufenden Druckvorgangs, diesmal unter den kritischen Augen von den Druckspezialisten in den Reihen der MTG-Senioren. Die Papierrollen werden im gesamten Untergeschoss durch autonom fahrende Elektrostapler aufgeladen, transportiert und an der richtigen Stelle abgesetzt. Im gleich nebenan liegenden Vorratslager konnten wir die aufgestapelten Papierrollen bewundern. Die größeren Rollen mit einer Höhe von 1,6 m haben immerhin ein Gewicht von 1,75 t. Die Länge der Papierbahn beträgt etwas über 23 km.

Dann ging es wieder nach oben in die mehrere Stockwerke hohe Druckhalle. Hier können mehrere Zeitungen gleichzeitig gedruckt und verarbeitet werden. Und immer wieder kamen aus der Gruppe der Senioren Fragen zu den einzelnen Vorgängen im Druckhaus. Gleich neben den Druckwerken liegen die Leitstände für die Einstellung der Maschinen.

Hier werden auch die Druckplatten erzeugt. Die Schriftsätze mit den Daten incl. Layout kommen aus der Zentrale in Berlin- oder aber auch aus dem Büro in Essen. Wir kamen gerade rechtzeitig, denn hier sind bis auf eine Platte bereits alle Druckplatten eingelegt und kurze Zeit später begann dann die gesamte Maschine hochzufahren. Die beidseitig bedruckten und gefalteten Zeitungen werden über eine Einzelaufhängung aus dem Druckbereich heraus über Schienensysteme in den Versandraum transportiert.

Hin und wieder landet aber eine fertige und bereits gefalzte Zeitung im Leitstand. Der verantwortliche Drucker prüft das Exemplar an seinem Steuerpult auf Übereinstimmung der Linienführung in der Kopfspalte, die Druckqualität z.B. der Fotos mit dem auf einem Bildschirm dargestellten Vorbild, die Farbverteilung, den Kontrast und mit dem Fadenzähler die Überlagerung der gedruckten Elemente. Durch die Plus-Minustasten am jeweiligen Steuerpult können die notwendigen leichten Korrekturen im Leitstandrechner direkt vorgenommen werden. Auf dem Kontrollmonitor können die Auswirkungen durch die Veränderungen der Einstellung unmittelbar abgelesen werden. Kein Mitarbeiter muss mehr an die Druckmaschine heran, um Verstellungen vorzunehmen. Auch hier im Leitstand hatten die beiden Mitarbeiter des Axel Springer Verlages wieder unzählige Fragen der Senioren zu beantworten.

Dann aber war es an der Zeit, dem Verlauf der gedruckten Zeitungen weiter zu folgen. Über die Schienensysteme unter der Decke gelangen die aufgehängten Zeitungen in den Versandraum. Dabei trocknen die zunächst noch leicht feuchten Blätter weiter aus. An mehreren Maschinen werden im Rhythmus eine einzelne Zeitung ausgeklinkt, gestapelt, in Folie verpackt und mit Gurtband gesichert, dazu die Versandadresse. Gleichzeitig werden in diesem Bereich auch die Einlegeprodukte (Reklameblätter, Werbung usw.) bereitgestellt in der Form, dass diese auf große Rollen aufgewickelt werden und bei Bedarf mit in die Zeitungen eingebunden werden. Das tvtvMagazin war gerade an der Reihe.

Abschließend ging es noch einmal zurück in das Besucherforum. Bei kleinen Getränken kamen dann wieder eine Vielzahl von Fragen und die Seniorengruppe erhielt von den beiden Mitarbeitern des Druckhauses ein großes Lob über das vielfältige Interesse bei der Führung und die vielen angeregten Unterhaltungen. Die Druckerei liegt ja in Essen und ein Besuch in absehbarer Zeit würde mit Sicherheit wieder große Resonanz bewirken.

Ernst-Albert Ratajczak

 


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