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Bujinkan Budo lebt „Sport ohne Grenzen“

|   Bujinkan

Nach 10 Jahren Dean Rostohar endlich wieder in Essen

Am 02. und 03. April 2022 erlebten die Budoka der MTG Horst eine Premiere:

Nachdem Corona für eine 2jährige Verzögerung gesorgt hatte, konnte endlich das lang geplante erste eigene Seminar des Bujinkan Budo stattfinden.

Hierfür hatten wir Dean Rostohar (15. Dan im Bujinkan) aus Kroatien eingeladen, den einige Mitglieder bereits von anderen Seminaren her kannten.

Bereits am 01.04.2022 landetet Dean am Flughafen Köln/ Bonn, wo er trotz eisiger Wetterverhältnisse wärmstens von Uli und mir willkommen geheißen wurde.

Nachdem Dean sein Hotelzimmer bezogen hatte, ließen wir bei Uli Brömmelhaus gemütlich im Freundes- und Familienkreis den Freitagabend ausklingen. Dean hatte zu jedem Thema eine passende Geschichte, und so verging der Abend viel zu schnell.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ging es in die Sporthalle. Hier konnten wir Teilnehmer aus Essen, Bochum, Mülheim und Recklinghausen, aber auch aus anderen Bundesländern und sogar aus Heerlen/ Niederlande begrüßen, die in Essen-Horst ein super Seminarwochenende gemeinsam erleben wollten.

Dean führte uns Samstag und Sonntag durch ein interessantes, anspruchsvolles und auf jeden Fall sehr lehrreiches Wochenende. Kampfsport Interessierte vom Judo, Karate, Kickboxen, Aikido und natürlich auch vom Bujinkan wurden in „Shinken Gata“ angeleitet, sich gegen Schwert, Messer und Pistole zu verteidigen. „Shinken Gata“ ist eine moderne Art der Selbstverteidigung im Bujinkan, und Dean ist darin ein absoluter Könner.

Am Sonntag wurde der Schwerpunkt mehr auf das Waffentraining (Schwert und Pistole) gelegt. Alle waren auch hier mit Eifer dabei.

Im Laufe des Tages wurde dann unser Lehrer Tobias Gibas (4. Dan) immer öfter als „Uke“ (Trainingspartner oder vielleicht besser „Dummy“)  von Dean herangenommen.

Nicht ohne Grund, wie sich bald herausstellte:

Auf einmal unterbrach Dean das Training und bat die ranghöchsten anwesenden Danträger Jean Debets und Uli Brömmelhaus (beide 10. Dan) nach vorne, wo sie an der Seite abknieten.

Tobias wurde ebenfalls nach vorne gebeten und musste mit dem Rücken zu Dean abknien.

Jetzt wurde allen klar, dass hier etwas Besonderes vollzogen werden sollte – Tobias wurde aufgefordert, den sogenannten „Godan-Test“ zu machen, der ihn berechtigen sollte, den 5. Dan zu tragen.

Diese Prüfung wird auch Sakki-Test genannt. Sakki bedeutet soviel wie „die Absicht zu töten zu erspüren“. Hierbei kniet der Prüfling mit dem Rücken zum Prüfer, der ein Schwert den Händen hält, das er über seinen Kopf hebt, um dann einen Schlag auf den Kopf des Prüflings auszuführen. Die Aufgabe des Prüflings ist es, genau (nicht zu früh, nicht zu spät!) den Moment zu erspüren, in dem der Prüfer sich anschickt, den Schlag auszuführen, um dann schnell aus der Schlagdistanz zu rollen.

(Zur allgemeinen Beruhigung sei erwähnt, dass heutzutage das Schwert in der Regel durch einen Soft-Bokken, eine Trainingswaffe, ersetzt wird!).

Tobias, das zeigten die Handy-Aufnahmen später, hat den absolut perfekten Moment erwischt und so den Godan-Test bestanden.

Es ist eher selten, dass man einen solchen Test live miterleben kann, so dass alle begeistert zuschauten.

Wir waren alle letztendlich sehr ergriffen und freuten uns mit Tobias, als er den Test bestanden hatte, obwohl er es selber gar nicht fassen konnte.

Leider ging das Seminarwochenende, auch wenn die Köpfe dank des unglaublichen Inputs jeden Abend vollgepackt waren, viel zu schnell rum.

Eine weitere Besonderheit des Wochenendes war übrigens noch, dass eine Spendenbox für die Ukraine aufgestellt wurde. Anstelle einen Obolus für die bereit gestellte Verpflegung zu hinterlassen, haben wir um eine Spende für die Ukraine gebeten, die am Ende des Seminars Dean überreicht wurde zur Unterstützung seiner Hilfslieferungen, die er von Kroatien aus organisiert.

Am Sonntagabend haben wir uns mit Dean nochmals zum Essen getroffen, wo wir anhand eines ordentlichen Steaks auch gleich noch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des von ihm entwickelten Kampfmessers erleben konnten.

Hier haben wir Dean das Video von Tobias‘ Godan-Test gezeigt, und er meinte „Ich hätte noch kräftiger zuschlagen sollen!“ :-o

Trotzdem hat Tobias Dean dann morgens um 03:15 Uhr vom Hotel abgeholt und zum  Flughafen Köln/ Bonn gefahren, wo er pünktlich seinen Flug nach Hause bekommen hat.

 

Teilnehmer, die teilweise eine sehr weite Anreise hatten;

Teilnehmer, die teilweise in ganz anderen Kampfsportarten zuhause sind;

Teilnehmer, die als Kampfsportler auch nur eine gute Zeit haben möchten und mit einer Spende eine gute Sache unterstützt haben  – Sport kennt keine Grenzen.

Wir wünschen uns mehr solcher Wochenenden!

Jörg Thomas für

Bujinkan Budo


Erstellt von Jörg Thomas