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Weihnachtsmarkt Xanten November 2022

|   Senioren

Weihnachtsmarkt in Xanten mit Dombesichtigung

Nachdem im August und Oktober nach der Coronazwangspause die erste Seniorenfahrten wieder stattgefunden hatten, richteten sich alle Augen auf den November mit der angekündigten Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Xanten. Diese Stadt ist so interessant, da sich in unmittelbarer Nähe vor 2000 Jahren ein römisches Legionslager befand. Innerhalb kürzester Zeit war der große Bus der Firma Nierfeld mit 50 Plätzen ausgebucht. Was den Fachleuten sofort auffiel, waren natürlich die kleinen Lämpchen an den Rückseiten der Sitze. Dies waren keinesfalls Orientierungslichter, sondern daneben war ein USB-Anschluss zu finden. So werden wir in Zukunft unsere leeren Akkus der Handys dort direkt wieder aufladen können.

Herr Dirk Günther war als Fahrer an Bord und begrüßte alle Senioren. Wir konnten pünktlich um 13:30 Uhr vom Ostbad abfahren und waren auch zur richtigen Zeit in Xanten angekommen. Auf dem Weg vom Busparkplatz zur Innenstadt fielen uns schon die beiden mächtigen 72 und 74 m hohen Türme von St. Viktor auf, der Pfarrkirche von Xanten, allgemein auch als Xantener Dom bezeichnet, obwohl sie nie Bischofskirche war. Den Namen St. Viktor erhielt die Kirche zur Erinnerung an einen Märtyrer und Angehörigen der Thebäischen Legion Viktor von Xanten im 4. Jahrhundert.

Nach einem kurzen Stopp am Mitteltor mit dem Siegfriedmuseum und dem Informationszentrum erreichten wir nach einigen Treppenstufen den Vorplatz der Kirche mit dem Kalvarienberg, einer Darstellung der Kreuzigungsgruppe.Hier wurden wir von Frau Hussmann, Herrn van Slembouck und Herrn Boss begrüßt, welche die Aufgabe übernommen hatten, uns das Innere des Domes zu zeigen und zu erläutern. Der Grundstein zum Bau der Kirche wurde 1263 gelegt, nach 281 Jahren konnte der Dom geweiht werden. Aus der ursprünglich dreischiffigen Planung wurde die Kirche dann mit einem fünfschiffigen Langhaus im gotischen Stil errichtet. In unserer Gruppe hatte Frau Hussman die Führung und durch ihre niederrheinische Sprachfärbung gewannen die Ausführungen eine gewisse Leichtigkeit. Auch hatte sie wohl häufiger Schulklassen in ihren Führungen, denn die eine oder andere Anekdote trug durchaus zur Erheiterung unserer Gruppe bei.
Durch den südlichen Eingang betreten wir den mächtigen Raum, welcher wie die Halle einer Basilika wirkt. Der Blick auf den Hochaltar wird allerdings durch einen Lettner unterbrochen, welcher um 14  errichtet wurde und den Hochaltar von der Gemeinde trennte. Der Lettner, ursprünglich das Lesepult, trennte den Raum für die Priester und Mönche vom übrigen Kirchenraum für die Laien ab.

Unmittelbar vor dem Lettner ist heute ein moderner Altar zu finden. Hier versammelt sich regelmäßig die Gemeinde und feiert Gottesdienst. Im Jahr 1976 wurde dieser moderne Altar aus Bronze aufgestellt, welchen der Bildhauer Gernot Rumpf gestaltet hat. Bei seiner Arbeit wurde er von der Aussage Jesu inspiriert: »Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben«.

Der Hochaltar ist das bedeutendstes Heiligtum des Domschatzes und enthält die Gebeine des heiligen Viktor in einem edelsteinbesetzten Schrein. Seit 1128 werden die mutmaßlichen Gebeine des heiligen Viktor in diesem Schrein aufbewahrt. An den Seiten des Schreins wurden Büsten, welche den heiligen Viktor und Helena abbilden, errichtet. In den seitlichen Flügeln des Altars befinden sich Gemälde des Malers Barthel Bruyn aus dem Jahr 1534. Es sind verschiedene Ereignisse aus den Legenden um Viktor und Helena dargestellt.

Insgesamt sind 24 Altäre erhalten und die meisten sind aus Holz geschnitzt. Die Künstler stammen vom Niederrhein. Im Jahre 1536 wurde der Marienaltar errichtet. Um die Statue der Maria herum sind in den einzelnen Aufteilungen verschiedene Ereignisse aus dem Leben Mariens dargestellt.

In der Krypta unter dem Dom soll sich vermutlich das Grab des Märtyrers Viktor befinden. Im Jahr 1966 wurde der Raum der Krypta erweitert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Dort befinden sich jetzt auch Urnen mit Aschen aus verschiedenen Konzentrationslagern sowie Gräber, Erinnerungsstücke und Schriften bekannter Märtyrer. So erinnert eine Grubenlampe an den Bergarbeiter und christlichen Gewerkschafter Nikolaus Groß aus Niederwenigern, welcher wegen seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus 1945 in Plötzensee hingerichtet worden war.

Auf der Nordseite des Domes liegt der Kreuzgang aus dem Jahr 1445. Er umgibt einen begrünten Innenhof mit einem Hochkreuz. Kreuzgänge üben fast auf jeden Besucher einen besonderen Reiz aus: Sie sind ein Ort des Friedens und der Stille. So kann der Verfasser jedem nur raten, einmal die Hektik der Kettwiger Straße zu verlassen und nur wenige Meter abseits durch den Kreuzgang des Essener Domes zu wandeln.

Der Kreuzgang in Xanten war nie Teil eines Klosters, sondern er gehörte immer zum Dom. Sehenswert sind seine Spitzbogenarkaden. Die Stiftsherren beschritten diesen Kreuzgang auf ihrem Weg zum Chorgebet und bei Prozessionen. Die Wände des Kreuzgangs sind mit zahlreichen Epitaphen geschmückt. Es sind Gedenktafeln an die Verstorbenen und zeigen meist religiöse Szenen.

Nach diesen vielfältigen Eindrücken aus der Vergangenheit war dann Zeit für den zweiten Teil des Ausfluges: dem Weihnachtsmarkt. Er findet jährlich auf dem Marktplatz von Xanten statt. Die Zeit nach 16 Uhr mit einsetzender Dämmerung war genau richtig. Es ist ein kleiner aber feiner Weihnachtsmarkt. Über 40 kleine Holzhäuser überall mit Lampen und Lampions versehen, boten eine wunderschöne Kulisse und luden uns zu einem stimmungsvollen Bummel ein. Neben zahlreichen Geschenkideen lockten natürlich die kulinarischen Genüsse. Und der Duft von Glühwein, Plätzchen und herzhaften Leckereien fand sehr schnell seine Opfer. Nach einer Stärkung durch einen Flammkuchen konnte man es sich recht gemütlich machen. Eine der gerade freigewordenen Holzhütten lud zum Verweilen ein, um dann die verschiedenen angebotenen Getränke zu probieren. Die Zeit verging wie im Flug, aber trotzdem waren alle Senioren wieder pünktlich um 18:30 Uhr am Bus, um dann die Heimreise nach Essen anzutreten. Ein erlebnisreicher Tag lag hinter uns.

Ernst-Albert Ratajczak